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Ausstellungskatalog erstellen

Warum ist es eigentlich so wichtig, einen eigenen Ausstellungskatalog zu haben?

Ich will dir eine kleine Geschichte erzählen: Wir waren vor ein paar Jahren in Berlin, es war ein wunderbarer Tag und eine schöne Stimmung. Wir sind gemütlich durch einige Galerien gewandert und haben uns treiben lassen beim Entdecken großartiger und ganz besonderer Kunst. In Berlin gibt es so Ecken, wo das ganz wunderbar geht... Wir sind begeistert und diskutieren, ob wir etwas kaufen, gehen aus der einen Galerie aber wieder raus und gehen in die nächste. Doch das eine Bild (wo war noch mal die Galerie, oder war es eigentlich ein Atelier?) lässt uns irgendwie nicht los. Es war ganz toll, ganz speziell. Besonders die Zeichnungen, die Farben, die Umsetzung. Wie hiess noch mal der Künstler? Oder war es eine Künstlerin? Irgendwas mit A... ich wollte es mir doch unbedingt merken...

 

Leider eine Chance vertan. Schade für den Käufer und für den Künstler. Gerade bei Kunst verbindet sich die momentane Situation mit dem Kunstwerk und der eigenen Stimmung. Wir hätten es gleich kaufen sollen, hatten aber nicht genug Geld dabei und waren auch zu Besuch in Berlin. So denken wir ab und zu noch einmal an diesen schönen Tag und wie begeistert wir waren. Die Künstlerin war sogar vor Ort, hat uns aber weder eine Visitenkarte noch etwas anderes mitgegeben, um sich an sie zu erinnern.

Hätte sie einen Ausstellungskatalog oder eine Broschüre gehabt, wir hätten das Bild mit hoher Wahrscheinlichkeit gekauft.

 

Damit dir so etwas nicht passiert, solltest du nach Möglichkeit einen Kunstkatalog oder eine Broschüre mit deinen Kunstwerken drucken lassen.

Worauf muss man achten, wenn man einen eigenen Ausstellungskatalog erstellen will? Tipps und Informationen unter www.eigene-kunst-verkaufen.de

Denke daran: oft hast mit dem Verkauf von 2-3 Bildern die Druckkosten des Ausstellungskatalogs schon wieder raus. Dann hast du immer noch genug Kataloge über, mit denen du Geld verdienen kannst.



Ein Ausstellungskatalog oder mindestens eine Broschüre ist ein muss, wenn du deine KUnst verkaufen willst.


Die Erstellung eines Kataloges seiner eigenen Werke ist schon etwas Besonderes und kann wie ein unbezwingbarer Berg wirken. Gerade wenn man sich mit den technischen Details der Druckproduktion nicht auskennt. Früher war das auch tatsächlich so, ohne professionelle Unterstützung eines Grafik-Designers wäre die Produktion eines eigenen Ausstellungskataloges nicht machbar gewesen. Dank des Internets und der rasanten Entwicklung in der Druckproduktion ist das heute zum Glück anders. Es braucht immer noch eine gute Vorbereitung und es müssen einige Dinge im Vorfeld beachtet werden, aber es ist definitiv möglich, sich auch als Laie seinen eigenen Kunstkatalog hochwertig drucken zu lassen.

 


Finde hier einige Ideen, um deinen eigenen kunstkatalog zu produzieren.


Wenn du überlegst, ob du einen Katalog produzieren möchtest, mach dir zuerst Gedanken darüber, wofür und in welchem Umfang du ihn überhaupt brauchst:

 


Ausstellungskatalog aus einzelseiten oder postkarten mit kreativer bindung:


Ausstellungskatalog mit Buchbinderschrauben. Diese und mehr Ideen sowie Tipps und Checklisten, wenn du deinen einen Katalog für deine Kunst produzieren lassen willst. www.eigene-kunst-verkaufen.de

Wenn du bisher noch ganz am Anfang stehst, hast du vielleicht das Gefühl, so ein umfangreicher, mehrseitiger Katalog könnte noch zu viel für dich sein. Vielleicht hast du noch gar nicht genug Material, was du zeigen möchtest. Oder du arbeitest sehr vielseitig und bist in deinem Stil noch nicht so festgelegt.

 

Dann denke einfach mal ungewöhnlicher: du bist Künstler, warum muss es immer ein klassischer Ausstellungskatalog zum Blättern sein? 

Du kannst zum Beispiel einzelne Seiten produzieren und sie selbst heften. Dies geht zum Beispiel mit einer Öszange und Ösen oder Buchbinderschrauben. Schön umgesetzt hat diese Variante des Kataloges die Galerie Bilderrausch aus Worpswede. Die Einzelseiten der Künstler sind mit Buchbinderschrauben zusammengefasst, das Cover bildet ein Umschlag mit handbedrucktem Kraftkarton. So sieht jeder Kunstkatalog ein bisschen anders aus.

 

Wenn du in deine Werke Textilien einarbeitest, kannst du deinen Katalog auch mit der Nähmaschine und einer einfachen Naht binden. Diese Variante geht sogar auch, wenn du einen guten Farbdrucker hast und die Fotos deiner Werke auf Fotopapier ausdruckst. Dann musst du fürs erste noch gar keine professionelle Druckerei bemühen. Achte aber darauf, dass deine selbst erstellten Kataloge trotzdem hochwertig aussehen und nicht gleich erkennbar ist, dass sie DIY-Produkte sind.


 

Du kannst auch Postkarten mit Fotos deiner Kunst produzieren, sie lochen und an einer Ecke mit Buchbinderschrauben verbinden, dann kann dein Katalog wie ein Fächer aufgeblättert werden. Die Kosten pro Katalog sind dann zwar höher, weil du nicht so eine große Stückzahl produzierst, du hast aber eine sehr individuelle Darstellung deiner Werke und drückst deine Kreativität schon in der Art deines Kataloges aus. Was nützen dir kartonweise Kunst-Kataloge, die du nicht mehr brauchen kannst, da sie deine aktuellen Arbeiten nicht zeigen?

Einzelne Postkarten deiner Werke kannst du wunderbar bei moo.com in kleinerer Auflage drucken lassen.

 


Ausstellungskatalog als Broschüre:


Arbeitest du schon länger als Künstler und hast schon einige Werke geschaffen, solltest du erst einmal an eine Broschüre als Katalog denken. Es gibt sie in unterschiedlichen DIN-Formaten oder quadratisch. Bedenke, bevor du das Fomat wählst, ob deine Exponate eher hoch- oder querformatig sind. Eventuell bietet sich dann ein quadratisches Format an. Broschüren unterscheiden sich von Katalogen dadurch, dass sie einen Softcover-Einband haben und mit einer sogenannten Rückendraht-Bindung geheftet sind. Sie sind daher auch um einiges günstiger in der Produktion. Sie wirken natürlich auch nicht ganz so hochwertig, sondern eher aktuell und eignen sich daher perfekt als Auslage bei Ausstellungen und Messen zum Mitnehmen.

Bei Flyeralarm, einer der größten Online-Druckereien, kannst du eine A4 Broschüre mit 8 Seiten zum Beispiel komplett online gestalten.


Du möchtest deinen Katalog in profi-Hände geben?


Ich als Art-Directorin kann das vollkommen verstehen und unterstütze das sofort. Am schnellsten findest du jemanden in der Nähe, wenn du nach "Grafik-Designer" googlest oder bei Netzwerken wie z.B. xing schaust. Oft gibt es auf den Internetpräsenzen der jeweiligen Grafiker dann auch schon ungefähre Preise und Beispielarbeiten zu sehen, damit du in etwa abschätzen kannst, ob ihr zusammen passt. Aber auch hier muss von dir möglichst gute Vorarbeit geleistet werden, alles was der oder die Grafiker/in nicht raussuchen, nachschauen oder bearbeiten muss, spart dir bares Geld. Daher hier ein paar wichtige Punkte, die du beachten solltest, wenn du deinen Katalog von einem Grafiker erstellt haben möchtest.

 

  • welches Format soll der Katalog haben?
  • wieviele Seiten brauchst du für die Abbildung deiner Bilder oder Exponate? (die gesamte Seitenzahl muss durch 4 teilbar sein)
  • was steht als Einleitung im Katalog? Schön ist ein Text von einem Kurator o.Ä., wichtig ebenfalls die Vita der bisherigen Ausstellungen
  • wie sind die Bildunterschriften? Darauf achten, dass sie immer gleich sind: z.B. erst der Name in Großbuchstaben, dann mit Komma abgetrennt Breite x Höhe, dann das Material
  • alle Texte und die kompletten Bildunterschriften als Textdokument (MS Word, o.Ä.) mitliefern, dort am Besten keine Fettungen, Einrückungen und andere Formatierungen anlegen
  • ein Grafiker ist KEIN Texter und auch KEIN Lektor, vorher alles auf Rechtschreibung und guten Ausdruck prüfen
  • alle Abbildungen auf CD oder USB-Stick mitliefern, das Wichtigste: die Bilder so benennen, wie sie heissen! Das Bild mit der schönen Frau im roten Kleid heisst nicht: IMG685536.jpg, sondern Frau-im-roten-Kleid.jpg. Es kostet den Grafiker extrem viel Zeit, aus 40 Bildern mit kryptischen Namen die richtigen herauszusuchen, um sie in den Katalog einzubauen.
  • die Fotos der Exponate entweder mit einer guten Kamera und extra Licht oder von einem Fachmann fotografieren lassen, alles andere reicht qualitativ nicht aus. Manchmal bieten das kleinere Fotografen, die auch Passfotos machen, für einen guten Preis an.
  • Die Auflösung der Fotos muss groß genug für den Druck sein: das bedeutet, dass das Foto in der Größe, wie es später im Katalog gedruckt werden soll, 300 dpi hat.

Der wichtigste Tipp kommt zum Schluss:


Ich rate dir: verlange kein Geld für deinen Kunstkatalog. Sondern stell am Besten noch ein Schild daneben "Kostenlosen Ausstellungskatalog zum Mitnehmen"

 

Ich sage dir auch warum: Wir haben mal eine Ausstellung mit einer Künstlergruppe und vier unterschiedlichen Künstlern gemacht. Es wurde ewig darüber diskutiert, ob der Katalog etwas kosten sollte. Man einigte sich dann auf pro Stück EUR 7,-. Die Ausstellung war wirklich gut besucht, die Vernissage mit leckeren Häppchen und netter Laudatio ein Erfolg. Die Location in der Hamburger Speicherstadt mit seinem rohen Charme gut zu den Bildern passend und wunderschön.

 

Kataloge wurden genau 6 Stück verkauft. Gekostet hat allein der Druck des 32-seitigen Kataloges EUR 458,- Die restlichen 244 Kataloge wurden danach einfach weggeworfen. Was für eine Verschwendung von Arbeitszeit, Geld und Material! Aber man hatte immerhin mit dem Verkauf 42,- verdient (geteilt durch die 4 Künstler...). Es wäre so viel besser gewesen, hätte man am Besten jedem Besucher einen Katalog in die Hand gedrückt! Vielleicht wäre er dann auch irgendwann im Müll gelandet. Aber einige hätten ihn bestimmt aufbewahrt und wenn nur ein einziger Monate oder Jahre später ein Bild gekauft hätte, wäre die ganze Mühe belohnt worden.

 

Ein Katalog ist immer eine Werbe-Maßnahme, damit du im Gedächtnis der Interessenten bleibst. Eine Visitenkarte ist ein guter Anfang, aber ein Katalog mit Fotos deiner Werke ist einfach unschlagbar, wenn es darum geht, dich und deine Kunst zu präsentieren.

Tipps und Checklisten, wenn du deinen einen Ausstellungskatalog für deine Kunst produzieren lassen willst. www.eigene-kunst-verkaufen.de

Wir haben es nicht erst einmal erlebt, dass ein Käufer einen Katalog jahrelang aufbewahrt und dann irgendwann ein Bild gekauft hat. Die Besucher einer Ausstellung freuen sich einfach, wenn sie etwas "geschenkt" bekommen, sie gehen mit einem guten Gefühl nach Hause und erinnern sich an den schönen Abend und den netten Künstler. Diese Erinnerung solltest du nicht unterschätzen, bei Kunst wird nicht nur das Werk allein gekauft, sondern auch immer das Gefühl und die Stimmung des Augenblickes und nicht zuletzt die Art des Künstlers. 


Checkliste für deinen eigenen KunstKatalog:


  • Wie viele Bilder willst du präsentieren?
  • Wie viel Budget hast du zur Verfügung?
  • Wie groß soll der Katalog sein?
  • Wie viele Seiten soll er haben?
  • Hast du gute Fotos deiner Werke?
  • Willst du ihn in Eigenregie herstellen oder anfertigen lassen?
  • Hast du ein gutes Foto von dir selbst?
  • Hast du alle Texte der Bildunterschriften (Größe und Namen der Bilder)
  • Sind die Fotos der Bilder richtig benannt?
  • Hast du die Texte für die Einleitung und deiner Vita?
  • Denk an den Absender, also deine Adresse und Kontaktdaten
  • Wie viele Exemplare brauchst du?

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